Es ist ein Kampf – auch mit mir selbst

Marion Krämer ringt an jedem Arbeitstag um ihre Balance. Denn an jedem Tag wird sie angepöbelt, angegriffen, beschimpft. Marion Krämer ist Zugbegleiterin im Regionalverkehr

quelle: brandeinsOnline

Wer auf die Bundesbahn schimpft muss meistens nicht damit rechnen, dass ihm widersprochen wird. Schlechter Service und Unpünktlichkeit sind im Unzufriedenheits-Benchmarking ganz vorne und der Schreiber dieser Zeilen weiß als Bahn-Vielfahrer, dass es hier und da noch eine Menge Entwicklungspotential gibt, bei der Bahn.

Trotzdem - wenn im Abteil die Luft mal wieder richtig dick wird, weil eine Verspätung von 10 Minuten uns die Anschlusszüge verpassen lässt und die im Zug anwesenden Beraterinnen und Berater per Blackberry ihre Termine absagen oder verschieben und dabei kräftig schimpfen - dann frage ich mich, ob wir denn wohl mir dem Auto pünktlich am Ziel gewesen wären.

Auch frage ich mich oft, ob die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter einen Traumjob haben. Diese “Dienstleister” kennen schlicht eine ganze Spannbreite menschlicher Verhaltensweisen, vom enttäuschten Fußballfan bis zum Termineverpassenden Berater und müssen damit umgehen können.

Brandeins hat die Arbeitsbedingungen einer Zugbegleiterin beschrieben, ihr eine Plattform gegeben. Vielleicht ist der Artikel von dem ein oder anderen während einer längeren Bahnfahrt gelesen worden.

Es ist ein Kampf – auch mit mir selbst | Fette Sau. Nazischlampe. Alte Fregatte. Deutsche Hure. Krämer, deinen Namen merke ich mir, pass gut auf deine Kinder auf! Du hattest wohl schlechten Sex letzte Nacht, du blöde Kuh. Das sind Worte und Sätze, die Marion Krämer jeden Tag aushalten muss. Manchmal scheint es, als brächen in Zügen alle Dämme menschlichen Anstands. Die hässliche Flut ergießt sich über die Zugbegleiterin. Daran nicht zu zerbrechen, ausgeglichen zu bleiben, körperlich und seelisch, ist eine gewaltige Aufgabe.

Marion Krämer fährt seit acht Jahren im Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen…..

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