Stress bei der Arbeit kann krank machen

Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz

quelle: süddeutsche.de

Ein etwas langweiliger Titel, ein bisschen “Soziologen-Chinesisch”, aber eine sehr wichtige Botschaft: Menschen orientieren sich nicht nur an wirtschaftlichen, eigenen Vorteilen (Homo oeconomicus), sagt Medizinsoziologe Johannes Siegrist. Mein Lieblingssatz steht im Fazit: “Kurzum, die Nutzenmaximierer werden von ihren Kosten eingeholt. Vertrauen, Kooperation und Fairness sind nicht nur etwas für Gutmenschen, sondern auch für kühle Rechner.”

Stress bei der Arbeit kann krank machen | Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter psychischen Belastungen bei der Arbeit. Stress, Depression und Burnout nehmen zu und führen zu einem kräftigen Anstieg der Kosten. Ein kleines, in der Argumentation aber gewichtiges Büchlein rückt nun den Zusammenhang zwischen belastenden Arbeitsbedingungen und Erkrankungen in den Fokus.

Versehen mit dem hintersinnigen Titel Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz widmet sich das Buch der Wiederentdeckung der Emotion in der Wirtschaft, wie auch sein Untertitel lautet. Geschrieben hat es der Medizinsoziologe Johannes Siegrist, der seit langem den Zusammenhang zwischen Krankheit und Stress in der Arbeit erforscht. Er bündelt die Kritik am Modell des Homo oeconomicus und ergänzt sie durch einen bislang wenig beachteten Argumentationsstrang.

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