2060 - Rückblick eines Hundertjährigen

So oder ganz anders werden wir in Zukunft leben. Eine Anleitung zum Träumen

quelle: brand eins online

Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung laut Angaben des Statistischen Bundesamtes um 7 Millionen Einwohner schrumpfen. Das und die Anhebung des Renteneintrittsalters haben erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Einerseits stehen immer weniger qualifizierte junge Leute als Arbeitskräfte zur Verfügung, andererseits sind ältere Menschen….

So oder ähnlich fangen Artikel oder Einladungen zu Tagungen an, die sich mit Demografie befassen. Und so wichtig das auch ist, so dürftig diese Entwicklung in den Köpfen mancher Entscheider (ich verzichte bewusst auf das “Innen”) in den Betrieben auch angekommen sein mag, so sehr langweilt mich das Zitieren des Statistischen Bundesamtes, oder die Erwähnung des zu erwartenden Fachkräftemangels. Manchmal jedenfalls.

Da kam ein Artikel aus brand eins gerade richtig, ein Brief aus der Zukunft. Der Brief eines 100jährigen, der sein Leben beschreibt, wie er es nach dem Zusammenbruch des Rentensystems im Jahr 2030 gelebt hat. Peter Felixberger arbeitet als Life-Career-Consultant, er berät junge Menschen und sagt ihnen, worauf es im Job ankommt…

Aber - lest selbst und freut euch auf Sätze wie diesen: “Wohlstand ist die selbstbestimmte Idee, Konzeption und selbst organisierte Realisierung eines gelingenden Lebens. Die Vielfalt, die man dabei entdeckt, geht weit über materiellen Reichtum hinaus. Darauf habe ich ein Leben lang hingearbeitet, und jetzt genieße ich die Früchte.”

Alles gut, also? Na, das ist halt ein Brief aus der Zukunft. Was ich mich frage ist, wie und wovon wir später leben sollen, wenn wer weiß wie viele Erwerbstätige als BeraterInnen arbeiten und sich damit den Lebensunterhalt verdienen.

2060 - Rückblick eines Hundertjährigen | Mein Name ist Peter Felixberger. Ich gehöre zur Mumiengeneration, wie es heutzutage heißt. Gerade habe ich meinen 100. Geburtstag gefeiert. Ich wurde am 26. August 1960 in Landshut geboren. In Niederbayern, abseits der Weltpolitikpfade. In der Provinz.

Früher hießen wir Babyboomer, unsere Eltern waren die letzten demografischen Wunderkinder. Dreikinderfamilien waren damals durchaus üblich. In den Reihenhäusern der Vorstädte wuchsen wir heran und wurden im Bildungsfahrstuhl in die Gymnasien gehievt. Egal, ob unsere Eltern arm oder reich waren. Wir konnten frei studieren, ohne Studiengebühren und reglementierte Studiendauer.

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