Der östliche Makel
Und noch mal was zu dieser Bewerbung aus Stuttgart. Eine gebürtige Ostberlinerin bewirbt sich, der annoncierende Arbeitgeber prüft die Bewerbung, macht sich ein paar handschriftliche Vermerke wie z.B. ein Minuszeichen, Ossi, oder DDR und schickt dann die Bewerbungsunterlagen zurück. Vielleicht bedankt er sich noch für die Bewerbung - die Stelle jedenfalls bekommt Gabriela S. nicht, vermutlich weil sie aus der DDR stammt.
Der weitere Gang der Dinge ist bekannt. Gabriela S. klagt wegen Diskriminierung und am Donnerstag verhandelt das Arbeitsgericht in Stuttgart. Zur Berichterstattung, auch und gerade zu diesem Artikel aus der Rundschau aber noch eins:
Gabriele S. wohnt seit 22 Jahren in der Nähe von Stuttgart, erfahren wir. Und?
Es spielt überhaupt keine Rolle, wo die Frau lebt. Ob in Frankfurt an der Oder, Berlin, Hamburg, Leipzig, oder eben Stuttgart. Es ist egal ob sie Maultaschen oder Broiler isst. Die Frau hat sich für einen Job beworben, mehr nicht. Dieser Arbeitgeber ist möglicherweise - für alle Deutschen - ein Grund zum fremdschämen.
