aktuelles aus august2009

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aktuelles aus august2009


Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, Wirtschaftsminister und Liebling der Meinungsumfragen, ist in den vergangenen Wochen zweimal inhaltlich aufgefallen. Einmal ließ der Wirtschaftsminister einen Gesetzentwurf zum Insolvenzrecht von einer großen internationalen Anwaltskanzlei (Linklaters) formulieren, ein anderes Mal tauchte ein industriepolitisches Grundsatzpapier auf, in dem der Wirtschaftsminister die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes forderte und andachte, nach der Wahl die Befristung von Arbeitsverträgen zu erleichtern und Mindestlöhne abzuschaffen.

Wer aber gedacht hätte, dass diese Ereignisse den dazumal noch bevorstehenden Wahlkampf polarisieren oder wenigstens etwas anheizen könnten, sah sich getäuscht. Geläutert aus den Erfahrungen der vergangenen Bundestagswahl, pfiff Angela Merkel ihren Minister zurück. Das Grundsatzpapier, so hieß es, sei veraltet, konkrete Aussagen, was eine CDU geführte, Schwarz-Gelbe Bundesregierung beispielsweise im Arbeitsrecht vorhat, sind nicht zu erwarten.

Und die Sache mit dem durch eine internationale Anwaltskanzlei formulierten Gesetzentwurf? Hat auch keinen großen Staub aufgewirbelt und warum auch, möchte man meinen. Es ist doch gut, wenn die Politik Experten einsetzt und dadurch effizienter arbeitet.

Das könnte man sagen, wenn sich da nicht die Frage nach den Interessen verschiedener Lobbygruppen stellen würde. Weder bei Linklaters noch bei anderen Kanzleien, handelt es sich um neutrale Sachverständige, auf deren Rat man notfalls ohne Bedenken zurückgreifen könnte. Sie sind vielmehr, wie auch andere Wirtschaftskanzleien, eng mit dem Geldgewerbe verbandelt und letztlich mitverantwortlich für die Finanzkrise, deren Folgen sie jetzt beheben helfen sollen.

Vielleicht wird es dann nach der Wahl so sein, dass der Arbeitsminister das Kündigungsschutzgesetz ändert und im Bundesgesetzblatt dann folgende Anmerkung steht: Dieses Gesetz entstand mit freundlicher Unterstützung von Linklaters, Josef Ackermann, Bayer, Siemens, dem Verband der Automobilindustrie…(Mario Müller)

Viele Grüße,

lutz geydan


  1. 2060 - Rückblick eines Hundertjährigen
  2. Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz
  3. Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen
  4. Durchleuchtung vor dem Vorstellungsgespräch
  5. Wo Leiharbeiter mehr verdienen
  6. Starrer Arbeitsmarkt - mal anders
  7. Teure Billiglöhne
  8. Sauna im Büro
  9. Gericht: Alter darf keine Rolle spielen
  10. Leiharbeit - Einstieg oder Ausstieg?
  11. BAG untersagt altersdiskriminierende Stellenausschreibung
  12. Studie “Funktionswandel Leiharbeit”
  13. Keine Auskünfte zu Berufsklägern - Das “AGG Archiv” über so genannte AGG-Hopper wird geschlossen
  14. Beschäftigte büßen Milliarden ein
  15. Kritik am Gleichbehandlungsgesetz
  16. Hartz ist Pfusch - Interview mit Norbert Blüm
  17. Arbeitsrecht fällt aus - Keine Termine wegen Personalmangels
  18. Höhen und Tiefen einer Sicherheitsfachkraft
  19. Kann sich ein 50-Jähriger als junger Beamter bewerben?
  20. Die fünf wichtigsten Antworten zum Thema Arbeitsschutz
  21. Stress bei der Arbeit kann krank machen - Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz

2060 - Rückblick eines Hundertjährigen | Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung laut Angaben des Statistischen Bundesamtes um 7 Millionen Einwohner schrumpfen. Das und die Anhebung des Renteneintrittsalters haben erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Einerseits stehen immer weniger qualifizierte junge Leute als Arbeitskräfte zur Verfügung, andererseits sind ältere Menschen….

So oder ähnlich fangen Artikel oder Einladungen zu Tagungen an, die sich mit Demografie befassen. Und so wichtig das auch ist, so dürftig diese Entwicklung in den Köpfen mancher Entscheider (ich verzichte bewusst auf das “Innen”) in den Betrieben auch angekommen sein mag, so sehr langweilt mich das Zitieren des Statistischen Bundesamtes, oder die Erwähnung des zu erwartenden Fachkräftemangels. Manchmal jedenfalls.

Da kam ein Artikel aus brand eins gerade richtig, ein Brief aus der Zukunft. Der Brief eines 100jährigen, der sein Leben beschreibt, wie er es nach dem Zusammenbruch des Rentensystems im Jahr 2030 gelebt hat. Peter Felixberger arbeitet als Life-Career-Consultant, er berät junge Menschen und sagt ihnen, worauf es im Job ankommt…

Aber - lest selbst und freut euch auf Sätze wie diesen: “Wohlstand ist die selbstbestimmte Idee, Konzeption und selbst organisierte Realisierung eines gelingenden Lebens. Die Vielfalt, die man dabei entdeckt, geht weit über materiellen Reichtum hinaus. Darauf habe ich ein Leben lang hingearbeitet, und jetzt genieße ich die Früchte.”

Alles gut, also? Na, das ist halt ein Brief aus der Zukunft. Was ich mich frage ist, wie und wovon wir später leben sollen, wenn wer weiß wie viele Erwerbstätige als BeraterInnen arbeiten und sich damit den Lebensunterhalt verdienen.

2060 - Rückblick eines Hundertjährigen


Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz | 6,3% der Erwerbstätigen, das sind etwa 2,4 Millionen Personen, leiden an erwerbsbedingten Gesundheitsbeschwerden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist dies eines der Ergebnisse einer Zusatzerhebung zur EU-harmonisierten Arbeitskräftestichprobe aus dem Jahr 2007, bei der rund 80 000 Personen zu Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden sowie psychisch und physisch belastenden Faktoren der Arbeit befragt wurden.

2007 litten in Deutschland nach eigenen Angaben rund 2,4 Millionen Erwerbstätige (6,3%) unter arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden. Dies ergab eine Zusatzerhebung zur EU-harmonisierten Arbeitskräfteerhebung, bei der rund 80 000 Personen (etwa 0,1% der Bevölkerung) zur gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz befragt wurden. Relevant war hierbei die Selbsteinschätzung der Befragten, nicht ein ärztlicher Befund. Die gesellschaftliche Bedeutung gesundheitlicher Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz durch Erwerbstätigkeit wurde vor kurzem auch in der Tarifauseinandersetzung der Beschäftigten in Kindergärten und Kindertagesstätten deutlich.

Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz


Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen | Wie viel Freizeit haben die Deutschen? Wer arbeitet mehr: Der Handwerker, der Unternehmensberater oder der Bauer? SPIEGEL ONLINE zeigt, wie lange Lehrer, Schauspieler und Politiker tatsächlich arbeiten - und wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind.

Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen


Durchleuchtung vor dem Vorstellungsgespräch | Die deutschen Arbeitgeber recherchieren bei ihrer Bewerberauswahl immer öfter auch im Internet. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Verbraucherministerium in Auftrag gegeben hat. Demnach suchen rund 28 Prozent der befragten Unternehmen im Netz nach Spuren ihrer Bewerber.

Durchleuchtung vor dem Vorstellungsgespräch


Wo Leiharbeiter mehr verdienen | Annelie Buntenbach fordert, dass der Grundsatz “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” auch für Leiharbeiter gelten solle. Alle bisher möglichen Ausnahmen müssten gestrichen werden, eine gesetzliche Regelung die Arbeitsbedingungen sichern. Das auch, weil sich der DGB in Tarifkonkurrenz zu den so genannten Christlichen Gewerkschaften befindet, deren Tarifverträge in der FR nicht zu Unrecht Billig-Tarife genannt werden.

Und: etwas Neues habe ich gelernt. In Frankreich haben Leihkräfte in der Regel Anspruch auf eine “Prekaritätsprämie” von zehn Prozent des Bruttolohns, was die Arbeitsplätze allerdings auch nicht sicherer macht.

Wo Leiharbeiter mehr verdienen


Starrer Arbeitsmarkt - mal anders | Starrer Arbeitsmarkt, dass kennt man eigentlich nur, wenn mehr Flexibilisierung der Arbeitnehmer gefordert wird. Hier werden Unternehmen aufgefordert, ihre starren Vorurteile gegen schwerbehinderte Menschen aufzugeben. Mit einer Sonnenbrille geht Johann Schneider an diesem Mittwochmorgen aus dem Haus. Die Fahrt von Milbertshofen zu seinem Arbeitsplatz an der Kapuzinerstraße dauert mit öffentlichen Verkehrsmitteln 50 Minuten, zwei Mal umsteigen - von Bus auf U-Bahn auf Bus - inbegriffen.

Starrer Arbeitsmarkt - mal anders


Teure Billiglöhne | “Ich hatte keinen Arbeitsvertrag, musste über zwölf Stunden durcharbeiten, sah aber kein Geld”, sagte einer der Beschäftigen eines Unternehmens aus der Baubranche. Das Unternehmen wollte durch Tricks das Arbeitnehmer-Entsendegesetz umgehen, meinte der Amtsrichter und verhängte Bußgelder.

Teure Billiglöhne


Sauna im Büro | Chefs, zeigt Erbarmen: Wir erleben die heißesten Tage des Jahres. Ein Recht auf kühle Luft am Arbeitsplatz gibt es leider nicht. Trotzdem sind Vorgesetzte an bestimmte Vorgaben gebunden.

Sauna im Büro


Gericht: Alter darf keine Rolle spielen | Noch mal was zur Altersdiskriminierung, lesbarer geschrieben, in der FAZ. Für Ulrich Preis, Direktor am Institut für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht in Köln, führt das Urteil konsequent das Verbot einer Altersdiskriminierung fort. „Diskriminierend sind bereits Tarife, die ihrerseits an das Alter anknüpfen*“, sagte der Hochschullehrer. “Diese Form der Einstellungspolitik konterkariert die demographische Entwicklung.”

Gericht: Alter darf keine Rolle spielen


Leiharbeit - Einstieg oder Ausstieg? | GoogleAlert meldet heute ganz viel zu prekärer Beschäftigung, Leiharbeit. Kein Wunder, das Statistische Bundesamt hat jetzt bestätigt, dass “Normalarbeitsverhältnisse”, also unbefristete Vollzeitbeschäftigungen, weniger werden. Inzwischen gehen 7,7 Mio. Menschen einer atypischen Beschäftigung nach, arbeiten also in (ungewollter) Teilzeit, in Leiharbeit, oder in einer Befristung. Sibylle Haas versucht in der Süddeutschen, Vor- und Nachteile von Leiharbeit, Befristung und Co. zu beschreiben.

Leiharbeit - Einstieg oder Ausstieg?


BAG untersagt altersdiskriminierende Stellenausschreibung | Die Begrenzung einer innerbetrieblichen Stellenausschreibung auf Arbeitnehmer im ersten Berufsjahr kann eine nach § 3 Abs. 2 AGG unzulässige mittelbare Benachteiligung wegen des Alters sein.

BAG untersagt altersdiskriminierende Stellenausschreibung


Studie “Funktionswandel Leiharbeit” | n der Krise wächst der Druck auf die Beschäftigten. Mini-Jobs, befristete Arbeitsverhältnisse und Leiharbeit schüren auch die Abstiegsängste der festangestellten Arbeitnehmer. Hajo Holst, Dr. Oliver Nachtwey und Prof. Dr. Klaus Dörre vom Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena legen heute ihre von der Otto Brenner Stiftung finanzierte Studie “Funktionswandel von Leiharbeit” vor. Wir sprachen mit den Autoren über die arbeits- und mitbestimmungspolitischen Folgen in der betrieblichen Praxis und über den Zusammenhang von Leiharbeit und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.

Studie “Funktionswandel Leiharbeit”


Keine Auskünfte zu Berufsklägern | Die so genannte Auskunftsstelle über missbräuchliche Antidiskriminierungsklagen wird aus Gründen des Datenschutzes geschlossen. In der FAZ wird das etwas bedauert, ein paar “Fälle” werden beschrieben, aber es wird auch erwähnt, dass es sich um insgesamt wenige Fälle gehandelt habe.

Keine Auskünfte zu Berufsklägern


Beschäftigte büßen Milliarden ein | Eine IAB-Studie zu Kurzarbeit belegt, dass Beschäftigte drei und die Betriebe fünf Milliarden Euro verlieren. Zudem muss die Arbeitsagentur weitere sechs Milliarden zuschießen. Von Barbara Dribusch

Beschäftigte büßen Milliarden ein


Kritik am Gleichbehandlungsgesetz | Was ist mit dem AGG? Gibt es einen “Pakt mit der Wirtschaft”, oder wird Diskriminierten geholfen? Eins ist sicher: eine Riesen-Klagewelle gab und gibt es nicht. Drei Jahre gibt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz jetzt. Die Chefin der zuständigen Behörde ist umstritten, ihr wird falsche Prioritätensetzung vorgeworfen.

Kritik am Gleichbehandlungsgesetz


Hartz ist Pfusch - Interview mit Norbert Blüm | Norbert Blüm in einem beeindruckenden Interview in der Süddeutschen. Der ehemalige Arbeits- und Sozialminister, dessen Politik ich immer wieder kritisiert habe, und den ich mir nach Amtsübernahme von Super-Minister Clement zurückgewünscht habe, spricht Klartext. Frei von irgendwelcher Parteidisziplin.

Hartz ist Pfusch


Arbeitsrecht fällt aus - Keine Termine wegen Personalmangels | Viele Arbeitsgerichte in NRW klagen über personelle Engpässe im richterlichen Dienst. In Herford etwa ist seit Monaten von drei Kammern nur eine verhandlungsbereit. Richtermangel wird auch aus anderen OWL-Arbeitsgerichten gemeldet.

Arbeitsrecht fällt aus


Höhen und Tiefen einer Sicherheitsfachkraft | “Sie kommen jetzt aber gar nicht günstig. Heute Morgen sind mir zwei Leute ausgefallen, es ist Urlaubszeit und zusätzlich ist noch eine Maschine defekt. Können wir den Termin für die Gefährdungsbeurteilung verschieben?” Das hat Joerg Stottrop soeben von einem Meister gehört. Ein Bericht aus der Praxis, einfach nur gut und wertvoll.

Höhen und Tiefen einer Sicherheitsfachkraft


Kann sich ein 50-Jähriger als junger Beamter bewerben? | Trotz Gleichbehandlungsgesetz heißt es in vielen Jobangeboten immer noch: “Junge Mitarbeiter gesucht”. Doch davon sollten sich auch 50-jährige Arbeitsuchende nicht abschrecken lassen. Denn: Diese Formulierung ist unzulässig.

Kann sich ein 50-Jähriger als junger Beamter bewerben?


Die fünf wichtigsten Antworten zum Thema Arbeitsschutz | Wirtschaftlicher Erfolg und gute Arbeitsbedingungen sind untrennbar miteinander verbunden, denn nur gesunde und motivierte Mitarbeiter können ihr Leistungspotenzial voll ausschöpfen. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Grundlagen zum Thema Arbeitsschutz.

Die fünf wichtigsten Antworten zum Thema Arbeitsschutz?


Stress bei der Arbeit kann krank machen - Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz | Ein etwas langweiliger Titel, ein bisschen “Soziologen-Chinesisch”, aber eine sehr wichtige Botschaft: Menschen orientieren sich nicht nur an wirtschaftlichen, eigenen Vorteilen (Homo oeconomicus), sagt Medizinsoziologe Johannes Siegrist. Mein Lieblingssatz steht im Fazit: “Kurzum, die Nutzenmaximierer werden von ihren Kosten eingeholt. Vertrauen, Kooperation und Fairness sind nicht nur etwas für Gutmenschen, sondern auch für kühle Rechner.”

Stress bei der Arbeit kann krank machen


lutz Geydan | kirchdornberger Str. 6 | 33619 bielefeld
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