aktuelles aus januar2009

lutz geydan | InfoBlog
aktuelles aus januar2009


Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,

“Nichts ist rosig! Die zentralen Begriffe meines Lebens lauten: Prekariat, Patchwork, Flexibilität und Mobilität. Meine Gegenwart ist absolut fragmentiert, unsicher, brüchig, oft im übergang, selten in festen Strukturen.” So beschreibt die Schriftstellerin Jana Hensel (Neue deutsche Mädchen) in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Zeit ihre Situation. Die Kanzlerin und die Schriftstellerin unterhalten sich über Wellness-Feminismus, verunsicherte Männer und über den Vorzug, eine Frau zu sein.

Die von Jana Hensel beschriebene Lage trifft allerdings auf immer mehr Menschen in Deutschland zu. Flexibel, mobil und prekär sind immer mehr Menschen und viele von ihnen haben jetzt in Folge der Krise ihren Arbeitsplatz verloren. Der rasche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist daher nicht nur eine Folge der Krise, er zeigt auch wie schnell sich die Unternehmen inzwischen von einigen ihrer Arbeitnehmer trennen können.

Noch soll das unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis aber Normalität sein. Wie das in Zukunft aussehen wird, vor allem aber auch, welche Bedingungen die Politik nach der Krise für den Arbeitsmarkt schafft, wie die Arbeitsbedingungen in den Betrieben dann aussehen, muss abgewartet, oder besser, mitgestaltet werden.

Die Arbeitsbedingungen in einer Kellerwerkstatt im Istanbuler Außenbezirk Büyükcekmece sind nicht nur schlecht - sie sind lebensgefährlich. Dort schuften zwei Dutzend Jugendliche für die Herstellung von künstlich gealterten Jeans. Mit Sandstrahlern werden die Jeans bearbeitet, beim Bestrahlen der Jeans werden die Sandkörner besprengt, dabei tritt Silizium aus, was über die Atemwege in die Lungen gelangt. Es geht um Jeans-Arbeiter in der Türkei.

Herzliche Grüße,

lutz geydan


  1. Zum Sterben schön - Jeans-Arbeiter in der Türkei
  2. Frankreich streikt
  3. Kommentar zum Arbeitsmarkt
  4. Mehr Arbeitslose als befürchtet
  5. Wie eine Mutter gemobbt wird
  6. Working Poor - Arm trotz Arbeit?
  7. Politik und Mindestlohn - Leiharbeit wird nicht in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen
  8. Wie erkennen? Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Unternehmenskrise
  9. Keine Erfolgsgeschichte - Nokia produziert seit einem Jahr in Rumänien
  10. Familienbewusste Personalpolitik dank Betriebsrat
  11. Arbeit im Großraumbüro macht krank
  12. Diskriminierungsverbote gelten auch bei Kündigungen
  13. Arbeitsmarkt gut gerüstet für Krisenzeiten
  14. IG Metall bietet Zurückhaltung an
  15. Bund will Jobs der Leiharbeiter retten
  16. Arbeitsgericht Kiel: Zweckverband muss Lohn für Praktikanten nachzahlen
  17. Ein Autozulieferer aus Sachsen-Anhalt
  18. Einsatz für Arbeit
  19. Kurzarbeit als Antwort auf Konjunkturschwächen
  20. Folgt der Finanzmarktkrise die Unternehmenskrise?
  21. Zum besonderen Kündigungsschutz schwerbehinderter Arbeitnehmer
  22. Nur jeder zehnte Chef in Deutschland ist eine Frau
  23. Fünf Prozent der Beschäftigten trifft 50 Prozent der Arbeitslosigkeit

Zum Sterben schön - Jeans-Arbeiter in der Türkei | Sie sind 20 Jahre alt oder 22 oder 25. Sie gehen nach Istanbul, um Geld zu verdienen, 300 Euro im Monat. Mit Sandstrahlern bearbeiten sie Jeans, damit die das schicke aufgehellte, abgewetzte Design bekommen. Was sie nicht wissen: Die Arbeit bringt sie um. Sie zerstört die Lungen


Zum Sterben schön - Jeans-Arbeiter in der Türkei

Frankreich streikt - In Frankreich formiert sich eine ernstzunehmende Sozialbewegung | Mehr als eine Million Menschen sind am Donnerstag in Frankreich auf die Straße gegangen, um gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren. Die europäische Presse kommentiert den Generalstreik in Frankreich, seine Ursachen und seine Bedeutung.


Frankreich streikt

Kommentar zum Arbeitsmarkt - Verantwortung ist gefragt | Die meisten Experten hatten mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar gerechnet. Dass es jetzt fast 400 000 Jobsuchende mehr geworden sind als noch im Dezember überrascht aber doch die meisten. Hatten nicht die Arbeitgeber lauthals angekündigt, dass sie ihre Beschäftigten so lange wie möglich halten wollten. Als Puffer zum Abfedern des Nachfrageschwundes sollten Kurzarbeit, Verzicht auf Leihkräfte und Zwangsferien dienen.


Kommentar zum Arbeitsmarkt - Verantwortung ist gefragt

Mehr Arbeitslose als befürchtet | BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise erklärte, der konjunkturelle Abschwung habe den Arbeitsmarkt erreicht. Die drei wichtigsten Indikatoren des Arbeitsmarktes entwickelten sich negativ: Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm erstmals ab und die Arbeitskräftenachfrage sinke mittlerweile kräftig.


Mehr Arbeitslose als befürchtet

Und raus bist du | “Ich habe nichts getan, außer ein Kind zu bekommen”, sagt die Managerin Fiona Haramustek. Es reichte, um sie aus ihrem Job zu drängen. Fiona Haramustek hatte nicht mehr daran geglaubt, noch schwanger zu werden. Sie war 47. Im schwedischen Konzern SCA saß sie im Europa-Management, Geschäftsbereich Hygieneprodukte, zuständig unter anderem für die Papiertaschentücher Tempo und die Küchenrollen der Marke Zewa. Ein Spitzenjob, in dem man womöglich einen Hörsturz bekommt, aber für gewöhnlich kein Kind.


Wie eine Mutter gemobbt wird

Working Poor - Arm trotz Arbeit? | Neuere Forschungsbefunde zeigen, dass Armut auch unter Vollzeitbeschaeftigten zunimmt. Als „Working Poor“ werden Beschaeftigte bezeichnet, die trotz bezahlter Arbeit unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Die „Lohnarmutsgrenze“ liegt laut EU bei 60 Prozent des durchschnittlichen Vollzeiterwerbseinkommens eines Landes.

Ist diese Entwicklung eine Konsequenz der Globalisierung oder der Reformen der letzten Jahre im Bereich der sozialen Sicherungssysteme und Arbeitsmarktinstitutionen? Das IAB-InfosSpezial bietet Informationen zum Forschungsstand im In- und Ausland.


Working Poor - Arm trotz Arbeit?

Politik und Mindestlohn - Leiharbeit wird nicht in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen | Der Deutsche Bundestag hat am 22. Januar Mindestlöhne in sechs weiteren Branchen gebilligt. So sollen die Textildienstleister, die Entsorgungsbranche, die Pflegedienste, das Wach- und Sicherheitsgewerbe, die Bergbauspezialdienste und die berufliche Weiterbildung in das Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG) aufgenommen werden. Jetzt muss noch der Bundesrat darüber entscheiden. Die Leiharbeit, die ebenfalls eine verbindliche Lohnuntergrenze beantragt hatte, wird nicht in das AEntG aufgenommen.


Politik und Mindestlohn - Leiharbeit wird nicht in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen

Wie erkennen? Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Unternehmenskrise | Spätestens dann, wenn ein Insolvenzantrag gestellt werden muss, kommt die Frage auf, wie es dazu kommen konnte und ob man dies nicht hätte verhindern können. Arno Prangenberg stellt in der betriebsrat vor, wie krisenhafte Situationen im Unternehmen zu erkennen sind.


Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Unternehmenskrise

Keine Erfolgsgeschichte - Nokia produziert seit einem Jahr in Rumänien | Die Eröffnung des neuen Nokia-Werks bei Klausenburg vor einem Jahr hatte hohe Wellen geschlagen: Angelockt durch niedrige Löhne wollte der finnische Handyhersteller in Rumänien Billighandys im großen Stil produzieren. Dafür wurde das Werk in Bochum geschlossen. Bis zum Herbst schien die Rechnung aufzugehen. Doch inzwischen hat die Finanzkrise auch Rumänien erreicht.


Keine Erfolgsgeschichte - Nokia produziert seit einem Jahr in Rumänien

Familienbewusste Personalpolitik dank Betriebsrat | Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit einer familienbewussten Personalpolitik. Gefragt ist die Initiative des Betriebsrats, denn er kann einen erheblichen Beitrag für mehr Familienfreundlichkeit leisten. Wie dies funktioniert, erläutert Heiko Sulimma in der betriebsrat.


Familienbewusste Personalpolitik dank Betriebsrat

Großraumbüros machen krank | Laut einer australischen Studie sind Mitarbeiter in Büros ohne Wänden schneller gestresst, weniger produktiv und bekommen rascher Erkältungen. Für ihre Untersuchung haben australische Forscher weltweite Studien zu den Auswirkungen moderner Bürogestaltung analysiert und herausgefunden, dass diese zu 90 % über negative Einflüsse auf Psyche und Gesundheit berichten.


Arbeit im Großraumbüro macht krank

Diskriminierungsverbote gelten auch bei Kündigungen | Die Diskriminierungsverbote des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) finden im Rahmen des Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz Anwendung. So haben die Erfurter Richter des Bundesarbeitsgerichts in ihrer Presseerklärung ihre Entscheidung selbst zusammengefasst (Az.: 2 AZR 701/07).


Diskriminierungsverbote gelten auch bei Kündigungen

Arbeitsmarkt gut gerüstet für Krisenzeiten - BA-Chef Weise rechnet mit maximal vier Millionen Arbeitslosen während der Wirtschaftskrise | Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, sieht den Arbeitsmarkt gut für die Krise gewappnet: “Wir gehen auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau von Arbeitslosigkeit in diese schwierige Zeit”, so Weise. Auch die Bundesregierung tue mit ihrer Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik alles, um gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Daher rechne er schlimmstenfalls mit knapp vier Millionen Arbeitslosen.


Arbeitsmarkt gut gerüstet für Krisenzeiten

IG Metall bietet Zurückhaltung an | Angesichts der schlechten Wirtschaftslage ist die IG Metall grundsätzlich bereit, Lohnerhöhungen in angeschlagenen Unternehmen zu verschieben. “Wenn es notwendig ist, und wir über die zeitliche Verschiebung der Lohnerhöhung Arbeitsplätze sichern können, werden wir das tun”, sagte IG Metallchef Huber der “Berliner Zeitung”.


IG Metall bietet Zurückhaltung an

Bund will Jobs der Leiharbeiter retten | Die Bundesregierung erwägt zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der rund 700.000 Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche. Nach Informationen der Berliner Zeitung will Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) stärker als bislang bekannt dafür sorgen, dass die Betroffenen auch unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen in den Betrieben bleiben können und nicht als erste entlassen werden. So sollen die Unternehmen nicht nur für ihre Stammbelegschaft, sondern gleichzeitig auch für die Leiharbeiter Kurzarbeit beschließen können. Diese hätten dann Anspruch auf Kurzarbeitergeld.


Bund will Jobs der Leiharbeiter retten

Arbeitsgericht Kiel: Zweckverband muss Lohn für vermeintlichen Praktikanten nachzahlen | Nicht jeder als Praktikant bezeichnete Beschäftigte ist auch ein solcher. überwiegt im Vertragsverhältnis die Arbeitsleistung gegenüber dem Ausbildungszweck, so ist der Beschäftigte unabhängig von der Bezeichnung im Vertrag Arbeitnehmer und als solcher zu vergüten. Dies entschied das Arbeitsgericht in einem Urteil vom 19.11.2008 (Aktenzeichen 4 Ca 1187d/08) in einem Rechtsstreit zwischen einem formell als Praktikanten Beschäftigten und einem Altenheimbetreiber.


Arbeitsgericht Kiel: Zweckverband muss Lohn für vermeintlichen Praktikanten nachzahlen

Ein Autozulieferer aus Sachsen-Anhalt will der Krise trotzen | Die Aussichten für die Autoindustrie verfinstern sich immer mehr. Die Hersteller von Kraftfahrzeugen kämpfen mit Kurzarbeit gegen die Rezession, das zieht auch die Zulieferer in Mitleidenschaft. Der Autozulieferer IFA aus Haldensleben in Sachsen-Anhalt ist dennoch gelassen. Die Gewinne aus den vergangenen guten Jahren wurden in Forschung und Entwicklung gesteckt. Das soll sich jetzt in der Krise bezahlt machen.


Ein Autozulieferer aus Sachsen-Anhalt will der Krise trotzen

Einsatz für Arbeit | In Krisenzeiten ist Kurzarbeit ein wirkungsvolles Mittel, um Entlassungen zu vermeiden. Zusätzlich können Unternehmen, mit finanzieller Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit, die Phase der Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Belegschaft nutzen.


Einsatz für Arbeit

Kurzarbeit als Antwort auf kurzfristig auftretende Konjunkturschwächen | Vom Bankensektor aus hat die aktuelle Finanzkrise inzwischen die produzierende Industrie erreicht. Insbesondere bei den Automobilherstellern und deren Zulieferunternehmen stehen derzeit immer öfter die Bänder still. Der konjunkturelle Abschwung macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Viele Unternehmen steuern dem plötzlichen Auftragsrückgang zunächst durch den Abbau von Leiharbeitnehmern und das Abschmelzen von Arbeitszeitguthaben entgegen.


Kurzarbeit als Antwort auf kurzfristig auftretende Konjunkturschwächen

Folgt der Finanzmarktkrise die Unternehmenskrise? | Die gegenwärtige Finanzmarktkrise schlägt Wellen. Die Automobilproduzenten haben dies recht schnell erfahren müssen. Aber auch in anderen Branchen kann es zu Krisensituationen kommen. Welche Handlungsmöglichkeiten der Betriebsrat in derartigen Unternehmenslagen hat, beschreibt Achim Thannheiser in der betriebsrat.


Folgt der Finanzmarktkrise die Unternehmenskrise?

Zum besonderen Kündigungsschutz schwerbehinderter Arbeitnehmer | Schwerbehinderte Arbeitnehmer und ihnen gleichgestellte Mitarbeiter genießen einen besonderen Kündigungsschutz. Was es damit auf sich hat und welche Stolperfallen es zu vermeiden gilt, erläutert Julia Grimme in der betriebsrat.


Zum besonderen Kündigungsschutz schwerbehinderter Arbeitnehmer

Nur jeder zehnte Chef in Deutschland ist eine Frau | Frauen sind in deutschen Führungsetagen noch immer deutlich in der Minderheit. Gerade einmal ein Dax-Konzern besitzt einen weiblichen Vorstand – und auch in der zweiten Ebene sieht es kaum anders aus, wie eine Umfrage von WELT ONLINE ergeben hat. Der Mittelstand zeigt sich hingegen fortschrittlicher.


Nur jeder zehnte Chef in Deutschland ist eine Frau

Fünf Prozent der Beschäftigten trifft 50 Prozent der Arbeitslosigkeit | Die Hälfte des Arbeitslosigkeitsvolumens konzentriert sich auf fünf Prozent der Beschäftigten. Dagegen waren mehr als 60 Prozent der zwischen 1950 und 1954 Geborenen im Alter von 25 bis 50 Jahren nie arbeitslos. Besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind Ausländer und Personen ohne Berufsausbildung.

Langfristige Beobachtungen des deutschen Arbeitsmarkts zeigen, dass Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern sehr ungleichmäßig verteilt ist: Während über 60 Prozent eines Geburtsjahrgangs im Alter von 25 bis 50 Jahren keinerlei Erfahrung mit Arbeitslosigkeit machen, konzentriert sich die Hälfte des gesamten Arbeitslosigkeitsvolumens1 auf 5 Prozent der Personen. Bei jüngeren Geburtsjahrgängen streut das Betroffenheitsrisiko allerdings zunehmend.


Fünf Prozent der Beschäftigten trifft 50 Prozent der Arbeitslosigkeit


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