aktuelles aus juni2009
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aktuelles aus juni2009
Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,
“mein Vater war Stahlarbeiter, und wenn der alle sechs Monate um die Verlängerung seines Arbeitsvertrages hätte bangen müssen, wäre ich nie auf die Universität gegangen. Das sozialzivilisatorische Eis, auf dem wir uns bewegen, ist heute einfach zu dünn. Das gefährdet das europäische Sozialmodell. Ich kann deswegen gut verstehen, dass die Leute, die einen Zusammenhang zwischen Europa und ihrer Lohntüte herstellen wollen, frustriert sind.”
Klare Worte vom luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker, für die jeder Gewerkschaftssekretär als Betonkopf verurteilt worden wäre.
Die Frustration, die Juncker beschreibt, bringt auch der DGB-Index Gute Arbeit 2009 zum Ausdruck: Jeder dritte deutsche Arbeitnehmer beurteilt die Bedingungen an seinem Arbeitsplatz nach der DGB-Studie als schlecht. Lediglich zwölf Prozent kommen zu einem positiven Ergebnis, heißt in der vom DGB vorgestellten Untersuchung. Unzufrieden seien die Beschäftigten vor allem mit ihrem Einkommen, der Unsicherheit der Arbeitsplätze und den Aufstiegsmöglichkeiten.
Nichtsdestotrotz wünsche ich allen, auch nach dem Lesen der Studie, eine schöne Sommerzeit.
Viele Grüße,
lutz geydan
- DGB-Index Gute Arbeit - Der Report 2009
- Perspektiven für die Zeit nach dem Betriebsratsmandat
- Wecker im Kopf
- Mindestlöhne überall
- Rauchverbot am Arbeitsplatz
- Was sozial ist, schafft Arbeit
- Die neue Volks-Wirtschaft
- Lohnzurückhaltung bringt keine Jobs
- Zur Kasse
- Flexibilisierung in Zeiten der Krise
- Drei Jobs und trotzdem arm
- Ab 50 kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt
- Krank durch Stress
- Die Stunde der Sparsamen
- überstunden schrumpfen
- Wenn die Psyche Alarm schlägt
- Arbeit statt Erholung in der Mittagspause
- Bundesagentur verzichtet auf Beschattung von Hartz-IV-Empfängern
DGB-Index Gute Arbeit - Der Report 2009 | Der DGB-Index Gute Arbeit wird einmal jährlich erhoben. Er beruht auf Aussagen von 7930 Befragten aller Regionen, Einkommensgruppen, Branchen Betriebsgrößen und Arbeitsverhältnisse und ist damit repräsentativ für die Meinung der Beschäftigten in Deutschland.
Danach geht nur jeder zweite Beschäftigte davon aus, dass er unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen seine Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben kann. Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten werden von ihrer Rente nicht leben können. Auch eine zusätzliche Altersvorsorge ist in vielen Fällen kein Mittel gegen Altersarmut, denn viele Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen sehen sich außerstande zusätzlich ausreichend vorzusorgen.
DGB-Index Gute Arbeit - Der Report 2009
Perspektiven für die Zeit nach dem Betriebsratsmandat | Immer dann, wenn Betriebsratswahlen anstehen, kreisen die Gedanken um die Frage, was es für die berufliche Entwicklung bedeutet, wenn man für den Betriebsrat kandidiert oder von einer erneuten Kandidatur absieht. Dr. Christof Balkenhol zeigt auf, dass das Betriebsratsamt keine Sackgasse ist, sondern neue berufliche Perspektiven eröffnen kann.
Perspektiven für die Zeit nach dem Betriebsratsmandat
Wecker im Kopf | Plötzlich war da der hohe Ton. Wie eine scharfkantige, silbrige Säule stand er in seinem Kopf. So als würde pausenlos ein Wecker klingeln. Erst dachte er, das Fax sei kaputt oder der Ton komme vielleicht aus dem Computer. Nach einiger Zeit wurde ihm jedoch klar, dass der Ton in seinem eigenen Kopf schrillte. Es dauerte einige Tage, bis er sich die Zeit nehmen konnte, um einen Arzt aufzusuchen. Termine. Wichtige Termine.
“Hörsturz”, sagte der Arzt, “Tinnitus”, als ihm sein eiliger Patient von dem schrillen Dauerton im Kopf erzählte. “Sofort an den Tropf, sofort ins Krankenhaus! Warum sind Sie denn nicht schon eher gekommen. Jetzt kann es sein, dass Sie diesen Ton ein Leben lang behalten.”
Mindestlöhne überall | Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker will ein sozialeres Europa, wettert gegen die Liberalisierung und ärgert sich über Franz Müntefering.
Rauchverbot am Arbeitsplatz | Immer mehr Unternehmen verbieten das Qualmen am Arbeitsplatz oder schicken Raucher auf den Hof. Was Firmen dürfen - und welche Rechte qualmende Mitarbeiter haben.
Was sozial ist, schafft Arbeit | Es ist ein großes Unglück über Deutschland gekommen. Eine globale Krise hat unseren Wohlstand auf eine Weise dezimiert, wie es das Land seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht gesehen hat. Das gesamtwirtschaftliche Einkommen ist im ersten Quartal dieses Jahres genau auf den Wert zurückgefallen, den es im dritten Quartal 2005 schon erreicht hatte. Danach kam die große Koalition und mit ihr der Aufschwung. Die Krise macht somit die Wachstums-Bilanz dieser vier Jahre sehr einfach: Null!
Was sozial ist, schafft Arbeit
Die neue Volks-Wirtschaft | Beschäftigte sollen Lohn abgeben, um ihr Unternehmen zu retten - bei Opel und anderswo. Jetzt wollen sie als Gegenleistung am Kapital beteiligt werden. Kann das funktionieren?
Lohnzurückhaltung bringt keine Jobs | Sieben Jahre mit geringen Lohnzuwächsen haben den Unternehmen hohe Gewinne beschert. Investitionen und Beschäftigung haben sie nicht gefördert. Das zeigt die Analyse von Professor Thomas von der Vring zur Entwicklung von Arbeitskosten, Gewinnen, Investitionen und Arbeitsplätzen für die Jahre 2000 bis 2007.
Lohnzurückhaltung bringt keine Jobs
Zur Kasse | Die Bundesagentur für Arbeit muss wegen der Krise deutlich mehr ausgeben als geplant. Spätestens im nächsten Jahr wird das Finanzpolster der Agentur aufgezehrt sein. Jetzt gibt es Streit darüber, wer für die Folgen der Wirtschaftskrise zahlt.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fürchtet, dass die Arbeitnehmer die Zeche für die Bekämpfung der Wirtschaftskrise zahlen müssen. „Spätestens im nächsten Jahr wird das Finanzpolster der Bundesagentur für Arbeit aufgezehrt sein“, sagte DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy dem Tagesspiegel. „Dann drohen entweder höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung oder Leistungskürzungen für Arbeitslose“, fürchtet Adamy, der bei der Bundesagentur (BA) im Verwaltungsrat sitzt.
Flexibilisierung in Zeiten der Krise | In der weltweiten Wirtschaftskrise richtet sich der Blick auf die Bewältigungsstrategien der Unternehmen. Häufig werden jetzt Instrumente eingesetzt, die schon bei früheren Konjunkturabschwüngen erprobt wurden. Neu ist allerdings die große Unsicherheit, was die Tiefe und Dauer der Rezession angeht. Hinzu kommen die strukturellen Veränderungen der vergangenen Jahre, die zu mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, in der betrieblichen Arbeitsorganisation und in der Personalpolitik geführt haben.
Flexibilisierung in Zeiten der Krise
Drei Jobs und trotzdem arm | Was es heißt als Multijobber seinen Lebensunterhalt zu verdienen, weiß Torsten M.: “Ohne die vielen Tätigkeiten müsste ich Hartz IV beantragen”, sagt er, “und das will ich auf keinen Fall.” Der 43-Jährige ist täglich bis zu zehn Stunden unterwegs, um Geld heranzuschaffen. Trotzdem reicht sein Verdienst nicht einmal für ein Dach über dem Kopf. Vor ein paar Jahren arbeitete er noch als Hochseefischer.
Ab 50 kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt | Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahre sind, haben es schwer einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Commerzbank. Danach stellte nur jedes zweite Unternehmen in der Gesamtwirtschaft überhaupt Bewerber aus dieser Altersgruppe ein. Unterm Strich sind es aber nicht viele. Nur 1,1 Prozent der neu eingestellten Mitarbeiter sind älter als 50 Jahre.
Ab 50 kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Krank durch Stress | Die meisten Arbeitsunfähigkeitstage werden immer noch durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht. Doch immer mehr Menschen werden durch Stress am Arbeitsplatz krank. Zwar rangieren die dadurch verursachten psychischen Erkrankungen nicht an erster Stelle, doch im Vergleich zum Jahr 2007 trifft es immer mehr Arbeitnehmer. Das zeigt eine Auswertung der Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK).
Die Stunde der Sparsamen | Plötzlich schlägt die Stunde der Sparsamen. Dass die Regierung Arcandor jegliche Hilfe verweigert, sei ein Gebot der Vernunft, heißt es. Zu hoch sei das Risiko für die Steuerzahler, zu gering der Nutzen für die Volkswirtschaft. Sowieso habe Missmanagement, nicht die Finanzkrise die Misere verursacht. Bei Opel war anscheinend alles ganz anders. Risiken, Missmanagement? Egal, was zählte, war der Erhalt der Arbeitsplätze - wenigstens bis nach den Bundestagswahlen im September.
überstunden schrumpfen | Die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hat die Zahl der bezahlten überstunden in Deutschland im ersten Quartal 2009 auf einen Tiefstand sinken lassen. Pro Kopf seien von Januar bis März im Schnitt nur noch 8,4 vergütete überstunden geleistet worden - so wenig wie nie zuvor, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Wenn die Psyche Alarm schlägt | Die Meldungen in den Medien schrecken auf: »Doping am Arbeitsplatz«, »Reif für die Couch« oder »Der Stress am Arbeitsplatz wird immer größer«. Auch die Krankenkassen schlagen Alarm. Psychische Krankheiten sind immer häufiger Ursache für Krankmeldungen. Aktuelle Untersuchungen belegen: Je schlechter die Arbeitsbedingungen werden, umso eher streikt die Seele. Psychische Erkrankungen sind die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts.
Arbeit statt Erholung in der Mittagspause | Etwa jeder vierte Vollzeitbeschäftigte verbringt seine Mittagspause hauptsächlich mit beruflicher Arbeit. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ergeben. “Viele muten sich im Job zu viel zu und gehen damit ein gefährliches Risiko ein.
Arbeit statt Erholung in der Mittagspause
Bundesagentur verzichtet auf Beschattung von Hartz-IV-Empfängern | Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wird künftig auf die Observierung von Hartz-IV-Beziehern verzichten. Ein entsprechender Passus in einer Dienstanweisung solle gestrichen werden, teilten das Bundesarbeitsministerium und die Bundesagentur am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man sei sich einig, “dass Observationen im Auftrag der BA nicht stattfinden”.
Bundesagentur verzichtet auf Beschattung von Hartz-IV-Empfängern
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