aktuelles aus märz2009

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aktuelles aus märz2009


Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Text aus der Zeit, etwas verändert:

heute, am Montagvormittag hat der Kollege sein wöchentliches Zielgespräch. Der Vorgesetzte hat bereits mit der ersten Führungsebene über die Zahlen der vergangenen Woche gesprochen und die Frage, wie die auch in dieser Woche zu erreichen sind. Er muss dann heute Nachmittag noch dem Vorstand berichten, solche Gespräche sind immer ein bisschen heikel.

Dem Kollegen wird gesagt, wie viel Ertrag er durch Neuabschlüsse generieren soll – und zwar in allen Bereichen: Kredite, Anlagen, Versicherungen. Solche Zielvereinbarungen gibt es auch für das ganze Jahr. Wöchentlich, mitunter täglich, werden die elektronisch dokumentierten Vertriebserfolge mit den vorgegebenen Zielen abgeglichen. Erreicht der Kollege seinen vorgegebenen Ertrag, freut sich sein Vorgesetzter. Und der Chef des Vorgesetzten. Und der Vorstand.

Mehrmals jährlich wird der Kundenberater zu Veranstaltungen geschickt, wo neue Produkte und neue Produktkampagnen vorgestellt werden. Am Ende dieser Veranstaltungen werden die Teilnehmer gebeten, sich zu verpflichten, dass sie für guten Absatz sorgen. Bevorzugt werden “strukturierte” Produkte, wo sich Erträge für die Banken an besonders vielen Stellen unterbringen lassen.

So läuft das dann wohl, in einigen Kreditinstituten. So mancher Kundenberater ist daher eher ein getriebener Verkäufer und so manche Zielvereinbarung hat wohl mit dazu beigetragen, dass die Wirtschaft in den vergangenen Jahren massiv mit Steroiden in Form von billigen Krediten gedopt worden ist. “Wir haben gewusst, dass das zu Problemen wie Bluthochdruck führt - aber dann ist es im Herbst fast zum Herzinfarkt gekommen”, meinte Paul Achleitner von der Allianz.

Wessen Infarkt das nun ist, wessen Krise das ist und wer dafür zahlen muss, bleibt abzuwarten. Mir gefiel auch die Beschreibung eines Kollegen, der im Dienstleistungsbereich der Autoindustrie arbeitet und sich so geäußert hat: “Das für die Autoindustrie günstigste Auto ist das, das vom Band direkt in die Schrottpresse fährt.”

Ich bin gespannt, ob sich nach dieser Krise etwas ändert und wenn ja, wie die (Arbeits)Welt danach aussieht.

Viele Grüße,

lutz geydan


  1. Es riecht nach Kautschuk und Revolte
  2. Lidl führte geheime Krankenakten über Mitarbeiter
  3. Riester-Rente soll nicht nur im Inland gelten
  4. Tarifverträge der CGZP in erster Instanz ungültig
  5. Mehr Rechte für Behinderte
  6. Jeder Job macht Hoffnung
  7. Auf Distanz zur Bertelsmann-Stiftung
  8. Für eine neue Kultur der Arbeit
  9. Zwischen allen Stühlen - Zur Arbeit der Betriebsräte
  10. Betriebsräte planen Taktik für Lohnkampf
  11. Datenschutz ist Menschenrecht
  12. Wer profitiert von der Abwrackprämie?
  13. Gehaltszettel mit Ostergeld - Steuerentlastungen rückwirkend für drei Monate
  14. Der Betriebsrat aus organisationspsychologischer Sicht
  15. Krise bremst Vorbereitungen auf den demographischen Wandel
  16. Keine Alternative - Aus Existenznot ein Job, den kaum jemand freiwillig macht
  17. Sony-Arbeiter nehmen Manager als Geisel
  18. Die überlastungsanzeige - Wenn es nicht mehr geht
  19. Aus Fehlern lernen!? Friedhelm Hengsbach zur Finanzkrise
  20. Insolvenz als Königsweg?
  21. Kündigung wegen Kleinigkeiten?
  22. Beratungsangebote für Mobbing-Betroffene

Es riecht nach Kautschuk und Revolte | Kaum etwas verbrennt so eindrucksvoll wie Autoreifen. Die purpurroten Flammen verwandeln Kautschuk, Verbundwerkstoffe und viel Chemie in undurchdringlich schwarzen Qualm. Die deutsche Firma Continental stellt solche Reifen am Standort Clairoix her; das ist ein Flecken nahe der Kleinstadt Compiègne, nördlich von Paris gelegen. Dort arbeiten 1150 Menschen. Aber nur noch bis April kommenden Jahres. Dann macht die deutsche Konzernspitze die Fabrik dicht. Das Management in Hannover teilte seinen Entschluss am 11. März mit. Seither brennen Reifen in Clairoix und Compiègne.


Es riecht nach Kautschuk und Revolte

Lidl führte geheime Krankenakten | Der Fall wurde durch einen Zufallsfund in einer Mülltonne bekannt: Der Discounter Lidl hat die Krankheiten von Mitarbeitern laut SPIEGEL-ONLINE-Informationen in firmeninternen Unterlagen festgehalten - obwohl das arbeitsrechtlich bedenklich ist. Datenschützer reagieren empört.


Lidl führte geheime Krankenakten

Riester-Rente soll nicht nur im Inland gelten | Deutschland muss einige Beschränkungen der „Riester-Rente“ auf Personen mit Wohnsitz im Inland möglicherweise aufheben. Dazu zählt unter anderem die Regelung, dass Rentner, die ins Ausland ziehen, die staatliche Förderung zurückzahlen müssen. Der zuständige Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), Ján Mazák, hat die Vorgaben am Dienstag in Luxemburg als unzulässig eingestuft.


Riester-Rente soll nicht nur im Inland gelten

Tarifverträge der CGZP in erster Instanz ungültig | Für rund 280.000 Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen könnte ein Urteil des Berliner Arbeitsgerichts zu deutlichen Lohnnachzahlungen führen. Das Gericht entschied, dass die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) nicht tariffähig ist. Damit seien alle von der CGZP geschlossenen Tarifverträge ungültig, erklärte die Berliner Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner. Falls das Urteil rechtskräftig wird, könnten nach Schätzung der Gewerkschaft ver.di 40 Prozent der bundesweit 700.000 Zeitarbeit-Beschäftigten rückwirkend mehr Lohn verlangen. Auch die Sozialversicherungsträger könnten in der Folge mit nachträglichen Zahlungen rechnen.


Tarifverträge der CGZP in erster Instanz ungültig

Mehr Rechte für Behinderte | Alle Menschen- und Bürgerrechte gelten uneingeschränkt auch für Menschen mit Behinderungen. Das ist nun auch für Deutschland völkerrechtlich verbindlich, wo am heutigen Donnerstag die UN-Behindertenkonvention in Kraft tritt. Als Vertragsstaat verpflichtet sich die Bundesrepublik, allen Behinderten eine gleichberechtigte Teilhabe an Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen.


Mehr Rechte für Behinderte

Jeder Job macht Hoffnung | Zeitarbeiter sind in der Krise als erste von Kündigungen betroffen. Sie bemühen sich jetzt umso mehr um eine Festanstellung - so wie Rita Härtl, die schon seit fünf Jahren von einem Job zum nächsten wechselt.


Jeder Job macht Hoffnung

Auf Distanz zur Bertelsmann-Stiftung | Will die Bertelsmann-Stiftung erfolgreich sein, dann braucht sie gesellschaftliche Akzeptanz. Doch die schwindet zunehmend. Nicht nur linke Gruppen kritisieren die Reformwerkstatt. Vor allem das Verhältnis zu den Gewerkschaften muss mittlerweile als nachhaltig gestört bezeichnet werden.


Auf Distanz zur Bertelsmann-Stiftung

Für eine neue Kultur der Arbeit | Gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für Ideen, Wohlbefinden und Zufriedenheit. Eine neue Kultur der Arbeit ist daher wirtschaftlich notwendig und menschlich sinnvoll. Denn Arbeit ist das halbe Leben.


Für eine neue Kultur der Arbeit

Zwischen allen Stühlen - Zur Arbeit der Betriebsräte | Von wegen Auslaufmodell. Die Arbeit der Betriebsräte steht wieder hoch im Kurs, wie die gestiegene Wahlbeteiligung bei den letzten Betriebsratswahlen in 2006 zeigt. Lag diese in 1998 bei 74,9 Prozent, betrug sie zuletzt - wohl auch aufgrund der zunehmenden Angst um den eigenen Arbeitsplatz - knapp 81 Prozent.


Zwischen allen Stühlen - Zur Arbeit der Betriebsräte

Betriebsräte planen Taktik für Lohnkampf | Die Tarifverhandlungen für die rund 2,7 Millionen Beschäftigten im Einzelhandel und die 1,2 Millionen Mitarbeiter im Großhandel beginnen in den kommenden Wochen. 6,8 Prozent, mindestens aber 145 Euro mehr Lohn und Gehalt verlangt die Große Tarifkommission für die Handelsbranche.


Betriebsräte planen Taktik für Lohnkampf

Datenschutz ist Menschenrecht | Die Mitbestimmungsrechte der Betriebs- und Personalräte in datenschutzrechtlichen Fragen müssen erweitert werden, fordert Bundesarbeitsminister Olaf Scholz in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau.


Datenschutz ist Menschenrecht

Wer profitiert von der Abwrackprämie? | Die Abwrackprämie bescherte den Autohändlern bisher rund 400.000 Autoverkäufe, so das Ergebnis einer Umfrage des Autohändlerverbandes ZDK unter den Herstellern.


Wer profitiert von der Abwrackprämie?

Gehaltszettel mit Ostergeld | Millionen Arbeitnehmer können sich im März über mehr Geld im Portemonnaie freuen. Zahlreiche Unternehmen zahlen in diesem Monat die Steuerentlastungen rückwirkend für drei Monate aus, die die Koalition mit dem Konjunkturpaket II beschlossen hat - ein Ostergeld quasi.


Gehaltszettel mit Ostergeld

Ohne Führung geht es nicht | Aus organisationspsychologischer Sicht ist der Betriebsrat eine Gruppe, in der es die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Charaktere gibt. Aber nur als Team kann der Betriebsrat erfolgreich sein. Wie man ein Team wird und dass es dabei ohne Führung nicht geht, beleuchtet Christiane Willing in der betriebsrat.


Der Betriebsrat aus organisationspsychologischer Sicht

Krise bremst Vorbereitungen auf demographischen Wandel | Der demographische Wandel schreitet in ganz Europa unvermindert voran mit der Folge, dass Arbeitnehmer im Schnitt immer älter werden und Fachkräfte fehlen. Doch Unternehmen sparen als Folge der Krise an Massnahmen, die ihre älter werdenden Mitarbeiter leistungsfähig und motiviert halten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 2500 Unternehmen in den fünf grössten Ländern der EU (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Spanien), die das Adecco Institute im dritten Jahr in Folge durchgeführt hat.


Krise bremst Vorbereitungen auf demographischen Wandel

Ich hatte keine Alternative | Manchmal erschrickt die Ernährungswissenschaftlerin Julia Schäfer darüber, woran sie sich schon alles gewöhnt hat. Zuzuschauen, wie Albino-Kaninchen Chemikalien in die Augen geträufelt werden, zum Beispiel. Alles im Dienste der Wissenschaft und des Verbrauchers. Seit einem halben Jahr arbeitet die 29-Jährige, die ihren richtigen Namen nicht nennen will, für ein Institut für biologische Sicherheitsprüfungen. Man könnte auch sagen: für eine Tierversuchsanstalt. Julia Schäfer ist eine von vielen Akademikern, die gerade in der Wirtschaftskrise Jobs annehmen, für die sie eigentlich überqualifiziert sind.


Ich hatte keine Alternative

Sony-Arbeiter nehmen Manager als Geisel | In der Nähe von Bordeaux haben aufgebrachte Arbeiter einer Sony-Fabrik den Frankreich-Manager des japanischen Konzerns als Geisel genommen. Die Arbeiter verlangten bessere Abfindungen, wenn das Werk Mitte April geschlossen werden soll.


Sony-Arbeiter nehmen Manager als Geisel

Wenn es nicht mehr geht - Die überlastungsanzeige | Immer wieder sehen sich Arbeitnehmer mit der Situation konfrontiert, dass die vorgegebene Arbeit nicht zu schaffen ist. In einem solchen Fall kann es angebracht sein, eine überlastungsanzeige an den Arbeitgeber zu richten. Was es damit auf sich hat, beschreibt Swantje Luecke-Markus.


Wenn es nicht mehr geht - Die überlastungsanzeige

Aus Fehlern lernen!? | Die gegenwärtige Finanzkrise hat eklatante Systemfehler aufgedeckt. Ermöglicht wurde das Gezocke auf den Finanzmärkten nicht zuletzt durch den Gesetzgeber. Mit Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach sprachen wir über die Ursachen der Finanzkrise und wie diese überwunden werden kann.


Aus Fehlern lernen!?

Insolvenz als Königsweg? | Professor Hans Haarmeyer vom Deutschen Institut für angewandtes Insolvenzrecht hält eine Insolvenz des Autobauers Opel für ein wesentliches Instrument, “um das Unternehmen in seiner jetzigen Struktur auch zu erhalten”. Sie bedeute mitnichten die Vernichtung von Arbeitsplätzen, so Haarmeyer.


Insolvenz als Königsweg?

Kündigung wegen Kleinigkeiten? | Gekündigt wegen 1,30 Euro - der Fall Emmely aus Berlin ist keine Ausnahme. Ein Baumarktmitarbeiter zum Beispiel kaufte nach Feierabend Baumaterial für 145 Euro. Doch unten im Einkaufswagen lag noch ein Paket mit kaputten Fliesen - Ausschussware. Etwa 50 Cent hätte er als Mitarbeiter dafür zahlen müssen – das hat er versäumt. Er wird fristlos gekündigt, hat vor Gericht keine Chance.


Kündigung wegen Kleinigkeiten?

Beratungsangebote für Mobbing-Betroffene | Rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer werden täglich Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz. Die Folgen für die Betroffenen und die Betriebe sind enorm.


Beratungsangebote für Mobbing-Betroffene


lutz Geydan | kirchdornberger Str. 6 | 33619 bielefeld
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www.geydan.de | lutz(at)geydan.de