Seelenmanipulation, Psychopharmaka, Lebenshaltung
Montag, Juni 7th, 2010Es liegt nahe, anzunehmen, daß die Verdoppelung der verschriebenen Psychopharmaka in den letzten sechs Jahren als Reaktion auf vermehrte psychische Erkrankungen zurückzuführen ist
quelle: katholische welt - bayern 2
Seelenmanipulation, Psychopharmaka, Lebenshaltung | Immer mehr Menschen, immer mehr Arbeitnehmer nutzen Psychopharmaka, um den Belastungen in ihrem Leben, an ihrem Arbeitsplatz gerecht zu werden. Doping am Arbeitsplatz ist auch in den Medien längst kein Randthema mehr, es ist nicht einmal mehr ein Tabu, offen und betroffen darüber zu reden. Wobei es natürlich immer die anderen sind…..
Was ist das? Was passiert da? Wird der Druck auf die Menschen so groß, dass sie keinen anderen Ausweg sehen? Müssen wir uns manipulieren um den Schein, unserem Schein von (Arbeits)Gesellschaft gerecht zu werden? Werden immer mehr Menschen ihren Lebens- und Arbeitsalltag ohne Psychopharmaka in Zukunft genauso wenig bewältigen können, wie ein Radrennfahrer die Tour de France? Wird das Erfüllen einer Zielvereinbarung und ein vorderer Platz im abteilungsinternen Ranking bald von der Qualität der Medikamente abhängig sein? Werden wir mit den in jedem Leben auftauchenden Problemen bald nur noch dann zurecht kommen, wenn wir Pillen dagegen nehmen?
Im Radio in der katholischen Welt fragt sich Autor Robert Schurz aus christlicher Perspektive, warum Psychopharmaka in unserer Gesellschaft weiter verbreitet sind, als den meisten Menschen bewusst ist und auch, welche Lebenshaltung dahinter stecken könnte.
Auszüge:
Psychopharmaka sind in unserer Gesellschaft weiter verbreitet, als den meisten Menschen bewusst ist. Etwa jeder achte Bundesbürger hat schon mal einen dieser „Seelentröster“ verwendet, und es werden immer mehr, wie aus den Statistiken der Krankenkassen hervorgeht.Allemal scheint klar: die pharmazeutische Industrie bietet einen Ausweg aus einer schlechten Gemütsverfassung, die immer mehr Menschen betrifft.
Früher war das aber Aufgabe der Kirche, -nämlich sich um die Gemütsverfassung der Menschen zu kümmern. Wenn man verzweifelt oder traurig war, von Schuldgefühlen und Ängsten geplagt wurde, wandte man sich an Gott und seine Stellvertreter auf Erden, - also an den nächsten Pfarrer. Heute kann man mit einem entsprechenden Rezept in die Apotheke gehen.
Hat die Lebensbewältigung vor hundert Jahren noch weithin körperliche Ressourcen beansprucht, so sind es heutzutage eher psychische Belastungen, die der Mensch in seinem Alltag ertragen muß. Erwähnt seien hier nur die Beschleunigung in der Arbeitswelt, die moderne Brüchigkeit von Partnerschaft und Familien sowie die Steigerung der Komplexität der Lebensverhältnisse allgemein. Um hier noch einmal die Dimension des psychopharmakologischen Triumphzuges zu verdeutlichen:
jeder vierte Bundesbürger gilt mindestens einmal in seinem Leben als psychisch behandlungsbedürftig, mit steigender Tendenz. Zwei Drittel der Betroffenen nehmen zeitweise oder regelmäßig Psychopharmaka zu sich.


