Archive for the ‘bundestagswahl 2009’ Category

Was haben Union und FDP vereinbart?

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Koalitionsverhandlungen abgeschlossen

quelle: tagesschau.de

Was haben Union und FDP vereinbart? | Rund vier Wochen nach der Bundestagswahl steht der Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP. Zehn Arbeitsgruppen befassten sich mit den Themenfeldern. Ein Überblick über die Reformvorhaben und Auszüge aus dem Koalitionsvertrag - entnommen der Homepage der CDU:(Entwurf)

Tarifautonomie/gesetzlicher Mindestlohn

CDU, CSU und FDP bekennen sich zur Tarifautonomie. Sie ist ein hohes Gut, gehört unverzichtbar zum Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft und hat Vorrang vor staatlicher Lohnfestsetzung. Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn lehnen wir ab.

Daher wollen wir den Tarifausschuss stärken, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam in der Pflicht zur Lohnfindung sind. Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen auf dem Verordnungswege werden einvernehmlich im Kabinett geregelt. Voraussetzung dafür ist grundsätzlich eine Mehrheit im Tarifausschuss.

Die bestehenden gesetzlichen Regelungen zum Mindestlohn werden bis Oktober 2011 evaluiert. Dabei kommt es uns darauf an, diese daraufhin zu überprüfen, ob sie Arbeitsplätze gefährden oder neuen Beschäftigungsverhältnissen entgegenstehen. Zugleich gilt es zu prüfen, ob sie sowohl den erforderlichen Schutz der Arbeitnehmer als auch die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Branchen gewährleisten. Das Ergebnis dieser Evaluierung soll als Grundlage für die Entscheidung dienen, ob die geltenden Mindestlohnregelungen Bestand haben oder aufgehoben werden sollten. Die anhängigen Bundesgerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem Postmindestlohn werden abgewartet.

Die Rechtsprechung zum Verbot sittenwidriger Löhne soll gesetzlich festgeschrieben werden, um Lohndumping zu verhindern. Damit werden wir auch wirksam gegen soziale Verwerfungen in einzelnen Branchen vorgehen.

Befristete Beschäftigungsverhältnisse

Das generelle Vorbeschäftigungsverbot für sachgrundlos befristete Einstellungen erschwert Anschlussbeschäftigungsverhältnisse, wenn während Schule, Ausbildung oder Studium bei einem Arbeitgeber schon einmal befristet gearbeitet worden ist. Wir werden die Möglichkeit einer Befristung von Arbeitsverträgen so umgestalten, dass die sachgrundlose Befristung nach einer Wartezeit von einem Jahr auch dann möglich wird, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis bestanden hat. Mit dieser Neuregelung erhöhen wir Beschäftigungschancen für Arbeitnehmer, verringern den Bürokratieaufwand für Arbeitgeber und verhindern Kettenbefristungen.

Mini-Jobs

Wir wollen die Arbeitsanreize auch für gering entlohnte Beschäftigungsverhältnisse verbessern. Unser Ziel ist es, die Brückenfunktion von Mini- und Midi-Jobs in voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu stärken. Wir prüfen die Erhöhung und die Dynamisierung der Grenze sozialversicherungs freier Mini-Jobs. Bei den Hinzuverdienstregeln sollen die Arbeitsanreize gestärkt werden.

Verantwortung für das Unternehmen, Partnerschaft im Betrieb

Wir setzen uns für eine faire Verantwortungskultur in Unternehmen ein. Unternehmer, Vorstände und Aufsichtsräte stehen in voller Verantwortung zu einer Gesellschaft, die ihnen Entfaltungsmöglichkeiten und Eigentumsschutz garantiert. Freies Unternehmertum umschließt dabei Gewinnchancen – aber ebenso Risikohaftung für Fehlentscheidungen oder nicht vorhergesehene Entwicklung.

Das gilt für Eigentümer, im Prinzip aber auch für Vorstände und Aufsichtsräte. Deshalb sind die jüngsten Gesetzesanpassungen zur Haftung und Vergütung weiter zu entwickeln. Fehlanreize bei Unternehmen, insbesondere bei Finanzinstituten, müssen beseitigt werden. Die Vergütungssysteme müssen sich stärker als bisher am langfristigen Erfolg ihres Unternehmens orientieren. Zu den wichtigen Instrumenten zur Bewahrung und Stärkung der Finanzmarktstabilität gehören solche Vergütungsstrukturen für Finanzinstitute, die bei schlechter Geschäftsentwicklung auch Gehaltabzüge (Malus-Regelungen) enthalten.

Wir werden die Möglichkeiten der Mitarbeiterkapitalbeteiligung erweitern. Dabei gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Die Beschäftigten sollen auch durch Entgeltumwandlung Anteile an ihren Unternehmen steuerbegünstigt erwerben können. Mitarbeiterkapitalbeteiligungen sollten unternehmerische Mitverantwortung einschließen.

Wir unterstützen die Professionalisierung der Aufsichtsratsarbeit. Wir werden das Mitspracherecht der Hauptversammlung bei der Festlegung der Eckpunkte von Vorstandsvergütungen stärken. Wir wollen eine Mindestwartefrist von zwei Jahren für ehemalige Vorstandsvorsitzende beim Wechsel zum Aufsichtsratsvorsitzenden desselben börsennotierten Unternehmens – dabei sind allerdings die Besonderheiten von Familienunternehmen zu berücksichtigen.

Entsprechend den Grundsätzen der Unternehmensführung (Corporate Governance Codex) werden wir in Gespräche über die Größe von Aufsichtsräten eintreten. Darüber hinaus soll neben Aufsichtsräten und Vorständen auch ein Ehrenkodex für Betriebsräte entwickelt werden (z. B. mit einem Recht der Betriebsversammlung auf Offenlegung der gezahlten Aufwendungen an Betriebsratsmitglieder).

  • Was haben Union und FDP vereinbart?
  • Erwartungen an Schwarz-Gelb

    Samstag, Oktober 24th, 2009

    Arbeitsmarkt und Renditewahn, Teilhabe und freie Software, private Altersvorsorge, gesetzlicher Mindestlohn, Entwicklungs- und Energiepolitik - die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau bündelt ihre Erwartungen an das Regierungsprogramm

    quelle: frankfurter rundschau

    Erwartungen an Schwarz-Gelb | Lieber irgendeinen Job als gar keinen? Lieber bessere als schlechte Jobs! Die Mittel sind da, sie müssen nur anders verteilt werden. In den nächsten Monaten wird sich die Jobkrise verschärfen. Ein Wundermittel gegen Arbeitslosigkeit gibt es nicht…..

  • Erwartungen an Schwarz-Gelb
  • Arbeitsmarktpolitik entzweit Schwarz-Gelb

    Dienstag, Oktober 13th, 2009

    Koalitionsverhandlungen

    quelle: handelsblatt.de

    Arbeitsmarktpolitik entzweit Schwarz-Gelb | Im neuen schwarz-gelben Regierungsbündnis ist ein erster Grundsatzstreit über die künftige Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik entbrannt. In einem gemeinsamen Entwurf für den Koalitionsvertrag sprechen sich Wirtschaftspolitiker von Union und FDP für Lockerungen im Arbeitsrecht aus - eine Forderung, die in der Unionsspitze auf wenig Gegenliebe stößt.

    BERLIN. Die Unionsspitze hat sich am Montag ausdrücklich gegen Korrekturen bei der Mitbestimmung und Lockerungen im Arbeitsrecht ausgesprochen. Entsprechende Vorschläge hatten Wirtschaftspolitiker von Union und FDP in einem Entwurf für den Koalitionsvertrag unterbreitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte alle Unterhändler der Koalitionsarbeitsgruppen, dass politische Entscheidungen über den künftigen Kurs der schwarz-gelben Koalition nur in der großen Koalitionsrunde fallen.

  • Arbeitsmarktpolitik entzweit Schwarz-Gelb
  • Weniger Sicherheit für Arbeitnehmer

    Samstag, Oktober 10th, 2009

    Pläne von Schwarz-Gelb

    quelle: tagesspiegel.de

    Weniger Sicherheit für Arbeitnehmer | Der Arbeitsplatz vieler Arbeitnehmer könnte demnächst noch unsicherer werden. Zwar ist bislang nicht klar absehbar, ob der Kündigungsschutz eingeschränkt wird. Doch Spekulationen verstärken sich, die auf eine Ausweitung befristeter Arbeitsverhältnisse hindeuten.

  • Erst Kurzarbeit, dann Jobabbau
  • Tückischer Inhalt

    Donnerstag, Oktober 1st, 2009

    Sozialer Friede

    quelle: rheinischer merkur

    Tückischer Inhalt | Die FDP kassiert viel Kritik wegen ihres neoliberalen Kurses. Doch den wird sie in der neuen Bundesregierung kaum halten können.

    Das sagt der Rheinische Merkur und begründet das an 4 Punkten:

  • Mindestlohn
  • Kündigungsschutz
  • Gesundheit
  • Hartz IV
  • Mitbestimmung
  • Rente
  • Ein Auszug, zur Mitbestimmung:

    Hier wollen die Liberalen tatsächlich die Axt ansetzen…..

    etriebsräte will die FDP laut Wahlprogramm künftig erst in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitnehmern erlauben. Vorausgesetzt, wenigstens die Hälfte der Beschäftigten wünscht dies. Außerdem sollen mehr Arbeitnehmervertreter ihre Arbeit künftig ehrenamtlich erledigen. Eine Freistellung wollen die Liberalen erst ab einer Betriebsgröße von 500 Arbeitnehmern zulassen. Aus Sicht der Gewerkschaften ist das eine politische Kriegserklärung.

    Die Konsequenzen wären gravierend. Im Organisationsbereich der IG Metall würden von 4800 hauptamtlichen Betriebsratsmitgliedern rund 2200 nicht mehr freigestellt. Etwa 90 Prozent der Betriebe hätten keinen Betriebsrat mehr.

  • Tückischer Inhalt
  • Kündigungsschutz nur als Option?

    Mittwoch, September 30th, 2009

    Reformideen

    quelle: frankfurter rundschau

    Kündigungsschutz nur als Option? | Nach dem Wahlsieg von Sonntag werden in der Union erste Rufe nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes laut. “Wir sehen beim Kündigungsschutz Reformbedarf”, sagte am Dienstag der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs der Frankfurter Rundschau. Man müsse sich “genau anschauen, wo möglicherweise gut gemeinte Regelungen Neueinstellungen behindern”.

  • Kündigungsschutz nur als Option?
  • Was auf die Arbeitnehmer zukommt

    Dienstag, September 29th, 2009

    Ein Doppelinterview der FAZ (sehr gute Idee!)

    quelle: faz.net

    Was auf die Arbeitnehmer zukommt - Ein Doppelinterview | 29. September 2009 Schwarz-Gelb kommt an der Macht - was ändert das für die Arbeitnehmer im Land? Wir (die FAZ hat) haben IG-Metall-Chef Berthold Huber und Arbeitgeberpräsident Martin Kannegiesser gefragt.

    Ein Doppelinterview:

  • Berthold Huber: Massenentlassungen wären eine Lumperei
  • Der Vorsitzende der IG Metall hatte vor der Wahl eindringlich vor Schwarz-Gelb gewarnt - trotzdem wird er wie mit „jeder demokratisch gewählten Regierung“ kooperieren. Auf dem Arbeitsmarkt setzt er weiter auf Kurzarbeit und eine Entlastung der Beschäftigten.

  • Martin Kannegiesser: Drei Jahre Kurzarbeit kann sich keiner leisten
  • Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall erwartet trotz Kurzarbeit keine Entlassungswelle - zum Jahresende könnte jedoch der Zuwachs der Aufschwungjahre aufgebraucht sein, befürchtet er. Die Altersteilzeit sei jedoch keine Lösung für die Branche.